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Disruption im Sport (3/4): Die Zukunft der Sport-TV-Rechte

Disruption im Sport (3/4): Die Zukunft der Sport-TV-Rechte
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geschrieben von Philipp Ostsieker

Der klassische TV-Konsum verändert sich rasant. Mobile bestimmt den Alltag der Konsumenten. Statt NBC oder Sky heißen die Wettbewerber um Sport-TV-Rechte Netflix oder Amazon. Was bringt die Zukunft für den Markt?

PwC hat die 2017er-Ausgabe ihres jährlichen „Sports Survey“ veröffentlicht. Gemäß des Reports schlägt die Sportindustrie Alarm. Die Umsätze in der bislang stark wachsenden Branche brechen ein. Einer der Gründe: die sich extrem wandelnde Mediennutzung der jüngeren Generationen.

Für die Studie hat PwC zwischen Mai und Juni 2017 Vertreter der Sportindustrie zu den wichtigsten Herausforderungen der Branche befragt. Die Ergebnisse basieren auf der Meinung von rund 200 hochrangigen Marktexperten. Im Zentrum der Studie standen aktuelle Schlüsselthemen zur Disruption im Sport. Auf Basis der Studie lest ihr in dieser Woche die vierteilige Reihe „Disruption im Sport“ im matchplan mag.

  1. VR & AR als „Next Big Thing“?
  2. Sind Wearables in der Sportindustrie angekommen?
  3. Die Zukunft der Sportmedienrechte
  4. Das Ende des rasanten Wachstums in der Sportindustrie?

Vor welcher Bedrohung muss sich die Sportindustrie besonders fürchten? Viele Befragte nennen insbesondere das sich änderte Nutzungsverhalten nachfolgender Generationen. Dies ist nicht überraschend, wenn man betrachtet, wie Inhalte heutzutage konsumiert werden, vor allem mobil und on-demand.

Die Befragten haben drei wesentliche Disruptoren für den Markt der Sport-TV-Rechte identifiziert:

  1. Wachsende Anzahl von neuen Plattformen (OTT, Digitale Medien, Apps, etc.)
  2. Expansion des mobilen Internets und allgegenwärtiger Zugang zu Sportinhalten auf mobilen Endgeräten
  3. Rechte-Inhaber ändern ihre Vertriebsstrategie, um direkte Fan-Beziehungen aufzubauen

Sport-TV-Rechte: Live verliert an Zuspruch!

Dass Live-TV auf dem absteigenden Ast ist, bestreitet kaum jemand. Dafür sind sinkende Zuschauerzahlen, wie etwa bei ESPN zu deutlich. Sogar Sky musste bei den Live-Übertragungen der Premier League zuletzt auf vierzehn Prozent seines bisherigen Publikums verzichten. Das Ergebnis: aufpoliert und günstigere Channel-Pakete.

Auch das IOC macht sich Sorgen. TV-Partner NBC meldete für Rio 2016 einen Rückgang von siebzehn Prozent im Vergleich zu London 2012. Vor allem in der Altersgruppe 18 bis 49 sind die Werte alarmierend: 25 Prozent entschieden sich dazu, nicht mehr bei Olympia einzuschalten.

Insgesamt ist das klassische TV-Publikum zwischen 2006 und 2016 in fast allen Sportarten enorm gealtert.

Mobile verändert Nutzung & erhöht Wettbewerb

Gemäß einer Microsoft-Studie ist die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne von zwölf Sekunden (2000) auf acht Sekunden (2015) gesunken. Diese Entwicklung reflektiert, wie eine wachsende Gruppe von Menschen heutzutage lebt. Wir sind immer „auf dem Sprung“, immer online und immer versucht, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen.

Desweiteren bedeutet die weltweite Allgegenwart alternativer On-demand-Inhalte, dass Live-Sport nun weitaus mehr mit Unterhaltungsformaten konkurrieren muss. Dass ist Live-Sport nicht gewohnt. OTT-Lösungen wie Netflix oder HBO Now investieren immer mehr in eigenproduzierte oder eingekaufte Inhalte, um Abonnenten mit einer Vielzahl von spannenden Serien, Filmen, Shows oder Dokumentationen zu begeistern.

Die Befragten identifizierten die Vermehrung neuer Plattformen, um Fans Inhalte zu liefern. Somit sind OTT-Lösungen vermutlich der stärkste disruptive Faktor für Sport-TV-Rechte.

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Über den Autor

Philipp Ostsieker

Philipp Ostsieker ist Chefredakteur vom matchplan mag, Medienmanager (MBA) und Teilnehmer des General Management Programs in Sports Business an der SPOAC – Sports Business Academy by WHU.

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