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Smarte Fußballschuhe: Münchner Start-up kooperiert mit dem FC Ingolstadt

Im Profisport gibt es zahlreiche Innovationen im Bereich Wearables. Fitness Tracker sind mittlerweile jedem bekannt, aber die Möglichkeiten der hochinnovativen Wearables gehen weit über das einfache Messen von Puls und das Zählen von Schritten hinaus.

Im Profisport lassen sich Wearables bereits sehr gut dazu einsetzen, Trainingsleistungen zu optimieren, präventiv Verletzungen entgegenzuwirken und Reha-Maßnahmen zu begleiten. Das zeigt eine interessante und zukunftsweisende Kooperation zwischen dem FC Ingolstadt und der Moticon GmbH, einem Hersteller für Sensorsohlen zur Analyse der Fußdynamik.

Im Rahmen des Projekts „Der gläserne Athlet“ wurde die komplette Mannschaft des FC Ingolstadt mit Hilfe der smarten Sohlen vermessen.

Moticon-Sensorsohlen zeichnen die plantare Druckverteilung, die absoluten Belastungen und zeitliche Parameter wie Bodenkontaktzeiten am Fuß ohne jede Beeinträchtigung des normalen Bewegungsablaufs auf. Die Auswertungssoftware ermöglicht die Erstellung individueller Reports. Trainer und Therapeuten bekommen auf diese Weise objektive Daten an die Hand, die sie auswerten und nutzen können. Das bietet sowohl im Training, als auch für Prävention und Rehabilitation ganz neue Möglichkeiten.

Jede Sensorsohle beinhaltet kapazitive Drucksensoren und einem 3D-Beschleunigungsmesser. Dabei passt sie aufgrund der extrem dünnen und flexiblen Bauweise in jeden Schuh. Die komplexe Technik ist vollständig in die Sohle integriert, das heißt es sind keinerlei externe Kabel oder Zusatzgeräte für den Betrieb notwendig. Das hat den Vorteil, dass die Spieler durch die Messungen nicht in ihren normalen Bewegungen beeinträchtigt werden.

FC Ingolstadt setzt auf Moticon SCIENCE

Die Speicherung von Daten im internen Speicher ermöglicht auch gänzlich autarke Messungen im Alltag über eine Dauer von bis zu zwei Wochen. Zusätzlich kann die Analyse der Messdaten durch eine automatische Videosynchronisation unterstützt werden, um exakt nachzuvollziehen, welche Belastung in welcher Bewegungsphase erfolgt ist. Das ermöglicht eine objektive Bewegungsanalyse.

Das Produkt „Moticon SCIENCE“ besteht aus je einem Paar Sensorsohlen und je nach Anwendung aus spezifischer Software oder Apps. Die Einrichtung und Durchführung der Messungen ist nicht sehr kompliziert und dauert für eine Standardanalyse weniger als fünf Minuten. Gesetzt wird auf Interaktion – zwischen Arzt und Patienten, Trainer und Sportler. Das wird durch eine cloudbasierte Anbindung optimiert. Die Daten können also jederzeit und überall abgerufen werden.

Die Messdaten können in Echtzeit oder als Textdatei in externe Programme exportiert werden, so dass diese auch in vereinsinternen Datenbanken zugänglich sind. Umgekehrt lassen sich externe Sensordaten wie Herzfrequenz direkt in die Moticon Software importieren und automatisch mit den Daten der Sensorsohlen synchronisieren. Die Unterstützung der Analyse der Messdaten durch eine automatische Videosynchronisation ist ideal, um exakt nachzuvollziehen, welche Belastung in welcher Bewegungsphase erfolgt ist.

Bessere Belastungssteuerung für die „Schanzer“

„Wir haben die Vision, Bewegung greifbar zu machen und hier besonders die Qualität der Bewegung zu analysieren“, sagt Dr. Maximilian Müller CEO und Co-Founder von Moticon. „Moticon analysiert die tatsächliche Druckbelastung im Fuß, Asymmetrien in der Gewichtsverteilung sowie Druckschwerpunkte. Auch Ganglinie, Bodenkontaktzeiten und Sprunghöhen werden gemessen und ausgewertet. Außerdem lassen sich muskuläre Dysbalancen und versteckte Defizite in den Bewegungsabläufen erkennen.“

Durch den Einsatz von Moticon-Sensorsohlen erhalten Sportler wie auch Mediziner dank individueller Reportings anschauliche Belastungs- und Bewegungsanalysen, die zur Verbesserung von Bewegungsabläufen und gezielter Therapie herangezogen werden können und zu wichtigen Schlussfolgerungen in Training und Therapie führen.

Christian Haser, Leiter der medizinischen Abteilung des FC Ingolstadt, begrüßt die Kooperation und die damit verbundenen Möglichkeiten für das Training im Profisport: „Es ist wichtig, dass wir von den Spielern möglichst viele Daten bekommen und da sind gerade die Daten besonders wichtig, die ich in Aktion, also auf dem Fußballplatz beim Spiel erhalte, weil es eine ganz andere Art der Belastung ist, die man im Labor so nicht simulieren kann.“

Informationen ohne verfälschenden Laboreffekt sind für Athleten, Trainer, Ärzte und Physiotherapeuten von immenser Bedeutung, da die Abweichungen zwischen einer künstlichen Bewegungssituation und den gewohnten Bewegungsabläufen bei Training oder Reha oft sehr groß sind. Gerade verletzungsträchtige Sportart spezifische Bewegungen finden vorwiegend in der Spielsituation statt.

So wichtig ist die Fußstellung von Fußballern

Die genaue Analyse und objektive Darstellung von Bewegungsabläufen unter Normalbedingungen sind daher auch für die Rehabilitation oder das eigene Athletiktraining enorm wichtig. So können die Athleten lernen, Bewegungsabläufe besser zu verstehen, die Ursachen von Fehlbelastungen zu erkennen und Verletzungen entgegenzuwirken.

Ein Beispiel: Eine extreme, eventuell von einer alten Verletzung stammende Valgus-Stellung eines Fußballers beim Aufkommen nach dem Sprung und daher eine sehr hohe Belastung der Fußinnenseiten wurde als Risikofaktor für Kreuzbandverletzungen identifiziert. Individuelle Trainingsempfehlungen für den Spieler halfen, dem entgegen zu steuern und die Belastung beim Landen nach dem Sprung gleichmäßiger zu gestalten.

Das Training mit moderner Messtechnik zu ergänzen und damit Bewegungsabläufe zusätzlich zum Augenschein und konventionellen Methoden mit objektiven Daten und Bewegungsanalysen zu stützen, ist ein wichtiger und logischer Schritt zur Verbesserung der Trainings- und Ausbildungsqualität in vielen Bereichen des Profisports.

Neben der Kooperation mit dem FC Ingolstadt laufen derzeit weitere vielversprechende Projekte, unter anderem im Bereich Skisport, in Zusammenarbeit mit dem DSLV. Im Profisport kommen Moticon-Sensorsohlen auch in diversen anderen, besonders aber in schnellen, dynamischen Sportarten wie Eisschnelllauf, Basketball, Eishockey, Fußball und Skispringen zum Einsatz.

Ein weitaus größerer Anwendungsbereich liegt allerdings in der Medizin. Orthopäden, Orthopädietechniker, Reha-Zentren, Unikliniken, Physiotherapeuten und weitere medizinische Forschungseinrichtungen nutzen die Sensorsohlen bereits erfolgreich für diverse präventive und therapeutische Maßnahmen.

Sieger beim WT Innovation World Cup

Moticon konnte schon 2014 einen durchschlagenden Erfolg mit ihren smarten Sensorsohlen beim WT Innovation World Cup erzielen. Der WT Innovation World Cup ist bekannt als richtungsweisender Wettbewerb für Wearables. Moticon gewann als Münchner Start-up und erstes deutsches Unternehmen diesen Wettbewerb und ist nun ganz in alter Start-up-Manier dabei, die deutsche Trainingslandschaft zu revolutionieren.

Die Vision, die der Kooperation des FC Ingolstadt mit Moticon zugrunde liegt: Die Etablierung eines neuartigen Standard-Tools für Trainingssteuerung, präventive und rehabilitative Maßnahmen, welches es in dieser Form auf dem Markt bisher nicht gegeben hat und das mit steigender Datenmenge durch selbstlernende Algorithmen dann auch prädikativ arbeiten kann.

Profivereine mit moderner Messtechnik zu unterstützen und damit zu mehr Objektivität und weniger Fehleranfälligkeit im Training zu gelangen, ist definitiv der nächste logische Schritt zur Steigerung der allgemeinen Trainingsqualität und mit der heutigen Technik nun endlich möglich.

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