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Wie LaLiga die Bundesliga in Asien-Pazifik ausstechen will

Wie LaLiga die Bundesliga in Asien-Pazifik ausstechen will
geschrieben von Philipp Ostsieker

Wenn es darum geht, die Fans im asiatisch-pazifischen Raum zu begeistern, liegen europäische Fußballligen weiterhin ganz vorne. Die Bundesliga, Premier League & Co. bestätigen ihren Status als beliebteste Fußballligen in der Region. Die spanische LaLiga belegt unter den Top-Ligen nur dritten Platz. Das möchten die Verantwortlichen schnellstmöglich ändern.

Aus dem diesjährigen Red Card Report ging hervor, dass Manchester United das einflussreichste Fußballteam in China sei. Die Bundesliga belegte den ersten Platz in der Beliebtheitsskala. Direkt dahinter rangiert die englische Premier League.

Die spanische LaLiga erreichte im Report nur den dritten Platz, obwohl sie mit Cristiano Ronaldo und Lionel Messi zwei der weltweit besten Fußballer aufbieten kann.

LaLiga auf der Überholspur?

Geht es nach Ivan Cordina, soll sich dies bald ändern. Cordina ist für LaLiga als Geschäftsführer für Südostasien, Japan und Südkorea zuständig. Im Interview mit The Drum erklärte er, dass die Liga ihre Präsenz in Asien-Pazifik weiter ausbauen möchte. LaLiga soll sich den Fußball-Fans sowie dem Fußball vor Ort stärker annähern. Dasselbe gelte für Interessengruppen in der Region, inklusive ihrer bestehenden Partner, Rundfunkanstalten sowie Fußball-Organisationen in jedem Markt.

Die spanische Top-Liga eröffnete im März seine Niederlassung in Singapur. Diese ist die fünfte in Asien gesamt und als regionale Drehscheibe für LaLiga in Südostasien konzipiert. Cordina erhofft sich davon eine größere Präsenz in der gesamten Region. Denkbare Aktivierungen könnten u.a. Public-Viewing-Veranstaltungen sowie Touren mit LaLiga-Legenden und -Botschaftern seien.

„Darüber hinaus evaluieren wir Möglichkeiten, um der Gesellschaft mittels CSR-Kampagnen etwas zurückzugeben, und werden eng mit den heimischen Ligen und Fußballverbänden zusammenarbeiten“, fügt er hinzu.

Asiatische Top-Unternehmen im Fokus

Cordina ist davon überzeugt, dass LaLiga bisher in Asien-Pazifik einen reibungslosen Weg gegangen ist, um ihre Marke aufzubauen. So hat etwa der chinesische Mischkonzern Wanda Group die Namensrechte für das neue Stadion von Atlético Madrid erworben. Der japanische E-Commerce-Riese Rakuten hat einen millionenschweren Deal mit dem FC Barcelona unterzeichnet.

Er ist der Ansicht, dass viele asiatische Unternehmen der Marke LaLiga sowie den Klubs einen hohen Wert beimessen. „Neben den neuen Möglichkeiten für diese Marken in Spanien und Europa hilft es uns definitiv bei der globalen Wahrnehmung unserer Liga und ermöglicht es uns, die Aufmerksamkeit des asiatischen Publikum zu gewinnen. Dank dieser Marken sind wir in der Lage, uns besser in der Region zu positionieren und bessere Unterstützung zu bieten.“

Cordina gibt jedoch zu, dass noch mehr getan werden muss, da die Premier League derzeit die größte Aufmerksamkeit von Fans in Asien erhält. Diese ist bereits seit fünfzehn Jahren kommerziell in der Region aktiv. Trotz dieser Dominanz betont er, dass LaLiga nicht nach einer direkten Konfrontation mit der Premier League suche.

So wird die spanische Top-Liga offenbar Fußballfans im Allgemeinen ansprechen und an ein LaLiga-Team zu binden, dass sie unterstützen können. Cordina nennt Teams wie den FC Valencia (im Besitz eines singapurischen Milliardärs Peter Lim), FC Sevilla und FC Villareal. Die Liga wolle den Teams dabei helfen, in Asien-Pazifik populärer zu werden.

Friedliche Koexistenz mit anderen Sportligen?

Cordina: „Unser Hauptziel ist es, Fußballfans im Allgemeinen näher zu kommen, und wir glauben, dass wir mit der Premier League, der Bundesliga und sogar anderen Sportligen wie der NBA koexistieren können. Wir sind hier, um zu interagieren und ihnen näher zu kommen, um unsere einzigartigen Art, unseren Fußball und unsere Kultur mit ihnen zu teilen. Es ist kein Einzelfall. Wir bleiben hier und entwickeln Beziehungen zu Verbänden, Ligen, Interessenvertretern und Fans. Mit einem scharfen Einblick in den Markt konzentrieren wir uns stark auf digitales Marketing, um mit unseren Fans in ihren jeweiligen Sprachen zu interagieren und interessante, relevante Inhalte bereitzustellen.“

Abgesehen von dem Versuch, die Premier League zu entthronen, sagt Cordina, dass eSports eine weitere Herausforderung seien. Cordina: „Wir sind jedoch stets bestrebt, unsere unterschiedlichen Märkte und Zielgruppen besser zu verstehen und werden auf der Grundlage der jeweiligen Marktbedürfnisse eine Strategie entwickeln.“

Es besteht kein Zweifel: LaLiga muss viele Hürden überwinden, um die Nummer eins unter den Fußballligen in Asien-Pazifik zu werden. Cordina ist zuversichtlich, dass die Liga dieses Ziel erreichen wird. Schließlich sei LaLiga in den letzten fünf Jahren die beste Liga in Europa gewesen und habe öfter als jede andere Liga die erfolgreichsten Teams hervorgebracht.

Es ist kein Fußball. Es ist LaLiga

Trotz der gigantischen Popularität von Messi und Ronaldo solle die Liga mit vielen weiteren Top-Spielern assoziiert werden. Cordina: „Wir haben vor kurzem einen neuen Slogan eingeführt, der alles umfasst, was LaLiga ist: „Es ist kein Fußball. Es ist LaLiga“ Wir sind mehr als nur das schöne Fußballspiel, wir sind ein Lebensstil und die Marke geht über das Spiel hinaus. Dadurch wollen wir ein klares Markenimage aufbauen und zeigen, dass wir hier in Asien-Pazifik sind, um die Erfahrung von LaLiga zu verbessern, die anders ist als alle anderen.“

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Über den Autor

Philipp Ostsieker

Philipp Ostsieker ist Chefredakteur vom matchplan mag, Medienmanager (MBA) und Teilnehmer des General Management Programs in Sports Business an der SPOAC – Sports Business Academy by WHU.

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