Audience Development New TV

Neue Insights zu Fußball-Videos auf Facebook & YouTube

Neue Insights zu Fußball-Videos auf Facebook & YouTube
geschrieben von Philipp Ostsieker

Fußball ist einer populärsten Sportarten weltweit. Über 250 Millionen Spieler in 200 Ländern treten gegen das runde Leder. Eine Milliarde TV-Zuschauer sahen 2014 das WM-Finale zwischen Deutschland und Argentinien. Mittlerweile schalten die Fans aber nicht mehr nur das klassische Fernsehen ein. Zwischen Mai 2016 und Mai 2017 generierten Fußball-Videos über 23 Milliarden Video Views online. Tubular Labs haben einen Report zur Performance von Fußball-Videos online veröffentlicht.

Die Studie analysierte Video-Inhalte, die zwischen dem 1. Juni 2016 und dem 31. Mai 2017 auf YouTube und Facebook hochgeladen wurden. Wir haben die spannendsten Insights aus dem Report zusammengefasst.

Branchenführer Real & Barca

Die höchsten Peaks auf YouTube erzielten mit der WM 2014 und der EM 2016 die großen Turniere. Die durchschnittlichen Video Views waren bei der EM 2016 um 70 Prozent höher.

Weit vorne sind zudem Inhalte rund um die Spiele von Real Madrid und dem FC Barcelona. Die Views von Fußball-Videos auf YouTube sind um 36 Prozent gewachsen. Auf YouTube hat insbesondere das Thema Video-Spiele eine höhere Relevanz als auf Facebook.

Facebook konnte seine Views um 19 Prozent steigern –  also langsamer als YouTube. Auch auf Facebook generieren der FC Barcelona, Real Madrid sowie deren Spieler die höchsten Peaks. Das meist gesehene Video auf Facebook hatte 164 Millionen Views, das auf YouTube 107 Millionen Views. Die Views von Fußball-Videos auf Facebook sind sehr schnell, sehr stark gewachsen. Seit einem Jahr wachsen die Views etwas langsamer.

Die spanischen Top-Klubs stellen auf beiden Plattformen auch die populärsten Einzelspieler:

Facebook

  1. Ronaldo (5,1 Mrd. Views; 190 Mio. Interaktionen; 48.000 Uploads)
  2. Messi (4,0 Mrd.; 151 Mio.; 44.000)
  3. Neymar (1,6 Mrd.; 56 Mio.; 24.000)
YouTube
  1. Ronaldo (5,4 Mrd.; 56 Mio.; 42.000)
  2. Messi (4,0 Mrd.; 54 Mio.; 33.000)
  3. Neymar (2,7 Mrd.; 34 Mio.; 125.000)

Welche Inhalte sind die beliebtesten?

Fußball-Videos generierten im vergangenen Jahr 23 Milliarden Views. Auf YouTube generieren diese Videos die dritthöchsten Interaktionsraten. Nur Comedy und Gaming sind besser.

Das Fußball-Publikum auf YouTube ist überwiegend männlich und im Schnitt 34 Jahre alt. Diese Werte sind über Jahre hinweg konstant geblieben. Die Standort der Zuschauer sind dagegen stark verteilt.

Die Studie teilt Fußball-Videos in verschiedene Unterkategorien ein. Auf YouTube ist speziell das Thema Gaming groß (41 Prozent). Vor allem Inhalte rund um EA Sports FIFA sind beliebt. Influencer kommentieren insbesondere Spiele und zeigen Highlights ihrer Lieblings-Teams. Inhalte von einzelnen Profis haben einen Anteil von 11 Prozent. Weit vorne: Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Neymar.

Welche Inhalte bevorzugen Fußball-Fans online, wenn sie keine Fußball-Videos schauen? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie zumindest noch eine weitere Sportart schauen. Die Fans haben zudem eine hohe Affinität zu Entertainment, Comedy sowie Gaming. Marken aller Art können Fußball-Videos nutzen, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Genauso müssen Fußball-Marken nicht zwingend mit anderen Fußball-Inhalte konkurrieren.

Die erfolgreichsten Content-Produzenten auf YouTube sind vor allem Vlogger:

  1. Match Day Show 346 Mio. Views
  2. Fran MG 250 Mio.
  3. DjMaRiiO 240 Mio.
  4. NilcoBax Ω 215 Mio.
  5. Cracks 183 Mio.

Auf Facebook sind es die Klubs selbst:

  1. Real Madrid C.F. 412 Mio.
  2. FC Barcelona 350 Mio.
  3. Man United 271 Mio.
  4. LaLiga 187 Mio.
  5. Oh My Goal 164 Mio.

Immer mehr Marken generieren Fußball-Videos:

  1. PepsiMax (16 Videos, 1.441.845 Views gesamt)
  2. Nissan GB (13, 2.718.066)
  3. Valvoline Europe (12, 5.624.670)
  4. YOKOHAMA Chelsea FC (10, 6.355.664)
  5. Standard Chartered (9, 2.977.941)
  6. EA SPORTS FIFA (7, 13.380.116)
  7. SAP Sports (6, 546.629)
  8. Carabao UK (5, 1.401.090)
  9. Standard Chartered Hong Kong (5, 1.259.152)

Das am meisten angesehene Facebook-Video 2016/17 war ein Street-Skills-Clip. Kurios: Der Clip wurde erst sieben Monate nach Upload populär.

ManU dominiert die Premier League auf Facebook

In der Premier League stehen die Rivalen aus Manchester an der Spitze. Auf YouTube ist Manchester City Tabellenführer:

  1. Manchester City (6,6 Mio. Views im April; 892.000 Abonnenten)
  2. Arsenal London (3,8 Mio.; 627.000 Abonnenten)
  3. FC Liverpool (2 Mio.; 587.000 Abonnenten)
  4. Chelsea London (1,9 Mio.; 627.000 Abonnenten)
  5. Tottenham Hotspur (975.000; 196.000 Abonnenten)

Auf Facebook führt Manchester United vor Arsenal London:

  1. Manchester United (132 Mio. Views im April; 73,5 Mio. Followers)
  2. Chelsea London (63 Mio.; 48 Mio.)
  3. Arsenal London (38 Mio.; 38 Mio.)
  4. FC Liverpool (33 Mio.; 29.8 Mio.)
  5. Tottenham Hotspur (23 Mio.; 8.4 Mio.)

Sehr beliebt sind auch inoffizielle Fan-Kanäle. „Arsenal Fan TV“ etwa ist im letzten Jahr enorm gewachsen. „Fulltime Devils“ konnte seine Zahlen verdoppeln.

Livestreaming von Fußball-Videos wächst

Die Anzahl an Facebook-Livestreams war 2016/17 sechsmal höher als in der Vorsaison. Auf YouTube war der Wert um einen Faktor von 2,5 höher. Noch machen Livestreams nur ein Prozent aller Fußball-Videos aus. Live-Videos auf Facebook führen zu doppelt so hohen Interaktionsraten wie klassische Videos. Das erfolgreichste Live-Video entstand beim Champions-League-Finale 2017 noch auf dem Platz.

Die wichtigsten Studien-Erkenntnisse im Schnelldurchlauf:

  • Die Interaktionsraten für Fußball-Inhalte sind mit 2,4 Prozent sehr hoch.
  • Fußball-Inhalte werden immer internationaler.
  • Fans wünschen sich nicht nur klassische Fußball-Inhalte.
  • Die erfolgreichsten Publisher auf YouTube sind Persönlichkeiten, auf Facebook sind es Klubs.
  • Live-Videos erzielen hohe Views und Interaktionsraten.
  • Street Skills sind eine ernstzunehmende Alternative zu teuren Sportrechten.
  • Marken jeder Art versuchen mitzumischen (und tun dies teilweise schon erfolgreich).

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Philipp Ostsieker

Philipp Ostsieker ist Chefredakteur vom Matchplan Mag

2 Kommentare

Kommentieren