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So funktioniert virtuelle Werbung im Fußballstadion

Virtuelle Werbung im Fußballstadion
Screenshot
geschrieben von Philipp Ostsieker

Einige englische Top-Klubs haben begonnen, virtuelle Werbung auszurollen. Die neue Technologie hat es in sich. Sie kann virtuell die Bandenwerbung im Stadion verändern, sobald diese im TV ausgestrahlt wird.

In der Premier League wird virtuelle Werbung seit dieser Saison eingesetzt. Unter den Klubs sind etwa der FC Everton, Crystal Palace und Derby County.

Verantwortlich für diese Innovation sind die Unternehmen ADI und Supponor. Gemeinsam haben sie das „Virtual Hybrid Digiboard System“ entwickelt. Dieses kombiniert die LED-Flächen von ADI mit der Virtual-Replacement-Technologie von Supponor. Für die TV-Sender sowie die Zuschauer entstehen bei virtueller Werbung keine Einschränkungen. Personalisierte Werbung soll die Übertragung nicht verlangsamen oder unterbrechen. Zudem kann die Lösung über alle Geräte und Plattformen ausgespielt werden.

Die Idee ist es, Mehrwerte für die Klubs zu bieten, indem diese maßgeschneiderte Werbemittel für regionale oder internationale Zielgruppen ausspielen können.

ADI & Supponor als etablierte Klub-Partner

ADI installierte bereits 1997 die ersten LED-Signage-Bildschirme im englischen Fußball. Der Anbieter ist bei einigen der weltweit größten Sportevents tätig, etwa bei der Tour de France und dem London Marathon.

In der spanischen LaLiga nutzten bereits der FC Barcelona und Real Madrid die Technologie von Supponor für vier Jahre. Vor kurzem kündigte Supponor mit Virtual 3D Carpet Replacement ein neues Produkt an. LaLiga-Sponsor ManbetX kann damit seine Zielgruppen in internationalen Märkten ansprechen. Die physische 3D-Teppich-Darstellung mit Sponsor Stihl bleibt für das Publikum im Inland bestehen.

ADI-CEO Geraint Williams äußerte sich zum Rollout in UK: „Diese virtuelle Hybrid-Technologie ermöglicht es den Inhabern von Medienrechten, ihr Inventar in verschiedenen Märkten und auf verschiedenen Plattformen zu monetisieren und eine extrem zielgenaue Lösung für Partner zu bieten.

Charlie Marshall, CEO von Supponor, ergänzt: „Um virtuelle Werbung in hoher Qualität zu bieten, die von den weltweit führenden TV-Sendern akzeptiert wird, benötigen wir eine Kombination von Software- und Hardware-Technologien. Mit zunehmender Verbreitung der Hardware werden die Hürden für die Einführung schnell reduziert.“

Virtuelle Werbung in der Bundesliga

Im Rahmen der Bundesliga-Partie zwischen Eintracht Frankfurt und dem VfL Wolfsburg am 6. Mai implementierten ADI, Supponor und Lagardère Sports virtuelle Werbung live. Der Show-Case bildete den Abschluss der Deutschland-Roadshow, bei der die Sportrechteagentur die virtuelle Werbung bei zehn Bundesliga-Klubs präsentierte. Stationen der Tour waren unter anderem Hamburg, Hannover, Berlin, Dortmund, Leverkusen und Augsburg.

In der Frankfurter Commerzbank Arena fand die Umsetzung bei einem Bundesligaspiel statt. Dafür wurde ein spezielles LED-Bandensystem von knapp 240 Metern Länge eingesetzt. Diese emittierte für das menschliche Auge unsichtbares Infrarotlicht. Das Infrarotlicht konnte von der Kamera erkannt und ausgelesen werden. Über die mit dieser Methode gewonnenen Daten erfolgte die Überblendung der Bandenflächen mit anderen Werbebotschaften im TV-Signal. Diese TV-Signale wurden allerdings nicht öffentlich eingespeist. Zur konsequenten Umsetzung des Show-Case wurde das aktuell europaweit längste LED-Bandensystem aus der Premier League nach Frankfurt geholt, welches diese Infrarottechnik unterstützen kann.

Axel Hellmann, Vorstands-Mitglied bei Eintracht Frankfurt, steht der virtuellen Werbung sehr offen gegenüber: „Wir freuen uns, mit dem Show-Case Vorreiter unter den Bundesligaclubs zu sein. In der Metropolregion Frankfurt sind viele internationale Unternehmen ansässig, die Eintracht Frankfurt als Kommunikationsplattform nutzen. Die virtuelle Werbung würde unserem Verein und unseren Sponsoren neue Vermarktungschancen eröffnen.“

Philipp Hasenbein, Geschäftsführer bei Lagardère Sports Germany: „Der Erfolg unserer Roadshow hat das große Interesse der Vereine an der virtuellen Werbung eindrucksvoll belegt. Mit dem Show-Case können wir uns nun auch von der Marktreife der Technologie unter realen Spielbedingungen überzeugen. Als Sportrechteagentur mit einem globalen Netzwerk stehen wir bereit, die virtuelle Werbung in die Bundesliga zu bringen – von der Technik über die Vereins- und Sponsorenberatung bis hin zur Umsetzung vor Ort.“

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Über den Autor

Philipp Ostsieker

Philipp Ostsieker ist Chefredakteur vom matchplan mag, Medienmanager (MBA) und Teilnehmer des General Management Programs in Sports Business an der SPOAC – Sports Business Academy by WHU.

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