New TV

WM-Rechte: Facebook, Twitter & Snap bieten mit

WM-Rechte: Facebook, Twitter & Snap bieten mit
Pexels
geschrieben von Philipp Ostsieker

Fox hat 2012 die US-Rechte an der WM 2018 in Russland erworben. Jetzt bieten Facebook, Twitter und Snapchat dem Sender viele Millionen Dollar, um Highlights des Turniers auf ihren Plattformen zeigen zu dürfen.

Facebook, Twitter und Snap möchten sich Rechte an Video-Highlights an der WM 2018 in Russland sichern. Laut Bloomberg bieten die Unternehmen 21st Century Fox mehrere Millionen Dollar für die US-Highlight-Rechte. Fox habe sich noch nicht entschieden, ob es die Rechte exklusiv oder an mehrere Sender vergeben möchte.

Das Interesse der sozialen Medien an TV-Rechten wächst. Für Fox könnte dies eine neue Einnahmequelle bedeuten. Zudem würden die eigenen Übertragungen beworben werden. Fox hält die US-Rechte an der Fußball-WM. Das Unternehmen zahlte 400 Millionen Dollar für die WM-Rechte.

Die Fußball ist ein begehrtes Ziel für die Social-Media-Riesen. Diese suchen nach Premium-Inhalten, vor allem um Werbetreibende anzulocken. Das WM-Finale 2014 sahen in den USA mehr als 25 Millionen Menschen. Es war damit das meist gesehene Fußball-Spiel der US-Geschichte. Bei vielen WM-Spielen in Russland wird es eine relevante Zeitverschiebung geben. Der Bedarf an Video-Highlights könnte damit steigen.

WM-Rechte: Neue Player positionieren sich

Keines der vier Unternehmen hat sich bislang zu den Gerüchten geäußert. Die Gerüchteküche brodelt dennoch. Und nicht nur die genannten Unternehmen mischen im Kampf um Sportrechte mit. Auch YouTube, Amazon und Verizon haben sich vielfältige Rechte gesichert.

Facebook und Twitter boten zur WM 2014 wenig bis gar keine Video-Inhalte. Im TV konnten Fans die WM übrigens auf ESPN sehen. Snap begann damals gerade, professioneller produzierte Videos anzubieten. Das Unternehmen kreierte nutzergeneriertes Video-Material vom WM-Finale.

Professionelle Video-Inhalte stehen für Facebook, Twitter und Snap mittlerweile im Fokus. Facebook will in großem Stil eigene TV-Inhalte auf seine Plattform bringen. Das Netzwerk ist dazu in Gesprächen mit Hollywood-Studios und Rechte-Vermarktern. Facebook wolle bis zu drei Millionen Dollar pro Serienfolge ausgeben.

Twitter plant Live-Video sowohl für News- als auch Unterhaltungsformate. Auch Snap versucht sich nach dem Börsengang im März zu profilieren. Das Unternehmen hat zahlreiche Deals für drei- bis fünfminütige „Original Shows“ vereinbart. Partner sind u.a. ABC, NBC, ESPN und Vice Media.

Sport-Events bringen erfahrungsgemäß hohe Zuschauerzahlen. Ihr Bedarf sich online auszutauschen ist ebenfalls hoch. Facebook erzielte kürzlich eine Vereinbarung mit Fox zur Ausstrahlung der Champions League. Snap realisierte Highlight Deals für Olympia 2016. Twitter übertrug zahlreiche NFL-Spiele und hat zusätzliche Sportrechte erworben.

Wie reagiert Fox?

Fox Sports kaufte die WM-Rechte vor sechs Jahren. Der Sender hat traditionelle News- und Highlight-Formate reduziert. Fox Sports setzt vor allem auf Talkshow-Formate. Highlight Shows sind für TV-Zuschauer nicht mehr besonders interessant. Mittlerweile schauen die meisten Amerikaner aktuelle Clips mobil in ihren Social-Media-Feeds.

Fox wird seine Rechte verteidigen und Highlights in seinen zahlreichen Shows zeigen. Um „Casual Fans“ für das eigene Programm zu begeistern, setzt Fox auf die sozialen Medien. Zusätzlich könnten Facebook, Snap und Twitter ergänzend eigene Highlight Shows produzieren.

Ein Risiko für die Medienunternehmen: Sie schicken womöglich zu viele Sponsoren und Zuschauer zu den ohnehin wachsenden Social-Media-Anbietern. Facebook überbot Fox 2016 bei den Werbeumsätzen. Für 2017 schätzt Bloomberg eine 39-prozentige Umsatzsteigerung auf 38,5 Milliarden Dollar.

Noch ist Live-Sport das stärkste Bollwerk der TV-Branche gegen den Zuschauerrückgang. In den USA neigen Football- und Basketball-Fans dazu, Spiele nicht on-demand zu schauen. Dies ermöglichte es den TV-Sendern bislang, Werbung für Sportveranstaltungen teurer zu verkaufen. Die Frage ist: Wie lange noch?

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Philipp Ostsieker

Philipp Ostsieker ist Chefredakteur vom Matchplan Mag

Kommentieren